Rotaviren

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Rotavirus-Infektion

Erkrankung

Die Rotavirus-Infektion kommt weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens.
Das Rotavirus ist der häufigste Erreger bei schweren, teilweise lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Rotaviren werden von infizierten Menschen über ihren Stuhl ausgeschieden. Deren Übertragung erfolgt über fäkal-orale Schmierinfektionen, kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser.
Durch Rotaviren hervorgerufene Durchfallerkrankungen führen in der Regel zu starkem Wasserverlust, weshalb die Therapie der Wahl die Gabe von Infusionen über die Vene darstellt.

Der beste und sicherste Schutz gegen Rotavirus-Erkrankungen im Säuglingsalter ist die Impfung.

Erreger

Humanes Rotavirus

Die Humanen Rotaviren kommen nur beim Menschen vor. Viele andere Rotaviren sind bei verschiedenen Säugetieren nachgewiesen worden.

Rotaviren werden von infizierten Menschen über ihren Stuhl ausgeschieden. Deren Übertragung erfolgt über fäkal-orale Schmierinfektionen, kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Rotaviren über Stuhl und fäkal-orale Schmierinfektionen leicht möglich.

Vorkommen

Rotavirus-Infektionen kommen weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens. Ca. 30.000 durch Rotaviren verursachte Durchfallerkrankungen werden pro Jahr in Deutschland registriert. Man schätzt, dass über 250.000 Menschen pro Jahr an Rotavirus bedingten Durcherkrankungen versterben, vor allem Säuglinge und Kinder in Afrika und Asien.

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen beträgt nur ein bis drei Tage. 

Das Rotavirus ist der häufigste Erreger bei schweren, teilweise lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern.

Symptome:

- Die Durchfallerkrankung geht in der Regel mit häufigem Erbrechen und hohem Fieber einher.
- Bei schweren Verläufen dauert der Durchfall vier oder fünf Tage. Der starke Wasserverlust durch den Durchfall kann für Säuglinge und Kleinkinder lebensgefährlich sein.

Die Rotavirus-Infektion ist vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eine hochakute Erkrankung. Dabei gibt es keine chronischen Verläufe. Bei rechtzeitiger und ausreichender Flüssigkeitszufuhr über die Vene (Infusionen) ist die Prognose sehr gut.

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose „Rotavirus-Infektion“ kann klinisch gestellt werden. Aufwendigere diagnostische Verfahren werden in der Regel nicht durchgeführt, da die Diagnose keine therapeutische Konsequenz hat. Bei

Rotavirus-Infektionen gibt es keine spezielle Therapie. Die Therapie besteht fast ausschließlich in der Flüssigkeitszufuhr über die Vene (Infusionen).
Die beste Prophylaxe gegen Rotavirus-Erkrankungen ist die Impfung.

Impfung

Seit 1999 gibt es Impfstoffe gegen Rotavirus-Infektionen. In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen Rotaviren erhältlich:
- Zwei verschiedene Monokomponentenimpfstoffe (Einzelimpfstoffe)
Alle Rotavirus-Impfstoffe sind Totimpfstoffe.

Die Impfung gegen Rotavirus-Infektionen ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Säuglingen im Alter ab sechs Wochen empfohlen wird. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei oder drei (je nach verwendetem Impfstoff) Impfungen im Alter von:
- sechs Wochen
- zwei Monaten
- (ggf. mit drei bis vier Monaten)

Bei der Rotavirus-Impfung gibt es keine Auffrischung. Impfungen und Nachholimpfungen gegen Rotavirus-Infektionen sind in der Regel nur im Säuglingsalter empfehlenswert. 

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die Rotavirus-Impfung.
Generell sollte vor jeder geplanten Impfung bei Schwangeren eine genaue Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Eine Rotavirus-Impfung ist jedoch nur für Säuglinge empfehlenswert.

 

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai 2016