Röteln

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Röteln (Rubella, Rubeola)

Erkrankung

Die Röteln kommen weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens.
Röteln ist eine hochansteckende, akute Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft. Ihre Ursache ist ein Virus, welches von Mensch zu Mensch über Tröpfchen übertragen wird.
Die Erkrankung verläuft in der Regel mit Fieber, Lymphknotenschwellung (vor allem im Nacken), Kopf- und Gliederschmerzen, und roten Hautflecken. Bei Erwachsenen verläuft die Röteln-Erkrankung in der Regel schwerer, ggf. mit Gelenksentzündungen und Entzündungen des Gehirns.
Besonders gefährlich ist die Röteln-Erkrankung in der Schwangerschaft, weil sie zu Fehlbildungen des Kindes und Fehl- oder Totgeburten führen kann (Rötelnembryopathie). Bei Erwachsenen verläuft die Röteln-Erkrankung in der Regel schwerer, ggf. mit Gelenksentzündungen und Entzündungen des Gehirns.
Der beste und sicherste Schutz gegen Röteln ist die Impfung.

Erreger

Rötelnvirus

Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir des Rötelnvirus. Ein tierisches Reservoir ist nicht bekannt. 
Die Übertragung des Röteln-Virus ist nur von infizierten Menschen oder von kontaminierten Gegenständen möglich. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Röteln sehr leicht über Tröpfchen, z.B. durch Niesen, Husten oder Küssen, möglich.
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Röteln sehr leicht über Tröpfchen, z.B. durch Niesen, Husten oder Küssen, möglich.

Vorkommen

Die Röteln kommen weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens. Nord- und Südamerika gelten seit 2009 als frei von Röteln. Im Jahr 2014 wurden 38 Röteln-Erkrankungen in Deutschland registriert. Man vermutet, dass sich über 100.000 Fälle nach einer Infektion mit dem Rötelnvirus während der Schwangerschaft ereignen.

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Erscheinen von Symptomen beträgt in der Regel 14 bis 21 Tage. Eine Röteln-Infektion ist eine hochansteckende, akute Infektionskrankheit, die vor allem Säuglinge und Kinder im Alter bis ca. 9 Jahren betrifft.

Symptome:

- Die Erkrankung verläuft in der Regel mit Fieber, Lymphknotenschwellung (vor allem im Nacken), Kopf- und Gliederschmerzen, und roten Hautflecken.

Besonders gefährlich ist die Röteln-Erkrankung in der Schwangerschaft, weil sie zu Fehlbildungen des Kindes (Taubheit, Augenschäden, geistige Behinderung, Herzmissbildungen, Knochendefekten), Fehl- oder Totgeburten führen kann: Rötelnembryopathie. Bei Erwachsenen verläuft die Röteln-Erkrankung in der Regel schwerer, ggf. mit Gelenksentzündungen und Entzündungen des Gehirns.

Eine Röteln-Infektion ist eine akute Erkrankung. Bei Röteln-Infektionen gibt es keine chronischen Verläufe. Die überstandene Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Patienten mit einer Röteln-Erkrankung haben in der Regel eine sehr gute Prognose. Ausnahme: Die ungeborenen Kinder haben bei einer Röteln-Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft eine sehr schlechte Prognose (Rötelnembryopathie).

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose „Röteln“ kann wegen der unterschiedlichen Verlaufsformen klinisch nur unsicher gestellt werden. Die spezifische Diagnostik gelingt durch Antikörper-Tests und Tests zum Nachweis der Erbsubstanz (DNA) des Rötelnvirus.
Bei Röteln gibt es keine grundsätzliche Therapie. Die beste Prophylaxe gegen Röteln-Erkrankungen ist die Impfung.

Impfung

Seit 1969 gibt es Impfstoffe gegen Röteln. In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen Röteln erhältlich:
- Zwei verschiedene Kombinationsimpfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln
- Zwei verschiedene Kombinationsimpfstoffe gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken

Alle Röteln-Impfstoffe sind Lebendimpfstoffe.

Die Impfung gegen Röteln ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Menschen im Alter von elf Monaten bis 17 Jahren empfohlen wird. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Alter von
- 11-14 Monaten
- 15-23 Monaten

Eine Auffrischimpfung gegen Röteln gibt es nicht. Wurde die Grundimmunisierung nicht rechtzeitig verabreicht, können die zwei Nachholimpfungen bis zum Alter von 17 Jahren durchgeführt werden. Im Erwachsenenalter ab 18 Jahren stellt die Rötelnimpfung keine Standardimpfung dar.

Für folgende Personen stellt die Impfung gegen Röteln eine Indikationsimpfung dar:
- Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter.
- Einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter

Für folgende Personen stellt die Impfung gegen Röteln eine Impfung auf Grund eines erhöhten beruflichen Risikos dar:
- Ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus in Einrichtungen der Pädiatrie, der Geburtshilfe und der Schwangerenbetreuung oder in Gemeinschaftseinrichtungen

Wurde die Grundimmunisierung nicht rechtzeitig verabreicht, können 2 Nachholimpfungen bei Mädchen und Jungen im Alter bis 17 Jahren undbei Frauen im gebärfähigen Alter durchgeführt werden.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die Röteln-Impfung.
Die Röteln-Impfung ist bei Schwangeren „absolut kontraindiziert“ und darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

 

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai 2016