Masern

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Masern

Erkrankung

Masern-Infektionen kommen weltweit vor, am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens.
Masern ist eine hochansteckende, akute Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft.
Ihre Ursache ist ein Virus, welches über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Die Erkrankung verläuft in der Regel mit Fieber, Halsschmerzen mit Entzündungen des Rachens und der oberen Atemwege, Mittelohrentzündung und dem typischen Hautausschlag. Lebensgefährliche Komplikationen sind Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen. Bei Erwachsenen verläuft die Masern-Erkrankung in der Regel schwerer.
Der beste und sicherste Schutz gegen Masern ist die Impfung.

Erreger

Masernvirus

Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir des Masernvirus. Ein tierisches Reservoir ist bei Masern nicht bekannt. Die Übertragung des Masern-Virus ist nur von infizierten Menschen oder von kontaminierten Gegenständen möglich. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Masern sehr leicht über Tröpfchen, z.B. durch Niesen, Husten oder Küssen, möglich.

Vorkommen

Masern-Infektionen kommen weltweit vor, am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens.
Die Zahl der Fälle schwankt von Jahr zu Jahr. In den letzten Jahren wurden ca. 123 bis 1.770 Fälle pro Jahr in Deutschland gemeldet.
Man schätzt, dass über 130.000 Menschen pro Jahr an Masern versterben, vor allem Kleinkinder in Afrika. Die häufigsten Todesursachen bei Masern-Infektionen sind Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen 

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen beträgt in der Regel acht bis 10 Tage. Eine Masern-Infektion ist eine hochansteckende, akute Infektionskrankheit, die vor allem Säuglinge und Kinder im Alter bis ca. 9 Jahren betrifft. Die Ursache der Masern-Erkrankung ist ein Virus, welches über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Symptome:

- Die Erkrankung verläuft in der Regel mit Fieber, Halsschmerzen mit Entzündungen des Rachens und der oberen Atemwege, Mittelohrentzündung und dem typischen Hautausschlag.
- Lebensgefährliche Komplikationen sind Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen.
- Bei Erwachsenen verläuft die Masern-Erkrankung in der Regel schwerer.

Eine Masern-Infektion ist eine akute Erkrankung, die selten lebensgefährlich verläuft. Bei Masern-Infektionen gibt es keine chronischen Verläufe. Die überstandene Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Masern mit Lungen- und Hirnhautentzündungen haben eine schlechte Prognose. Die Lungenentzündung ist die häufigste Todesursache der Masern. Die Hirnhautentzündung ist zwar selten, sie kann aber in ca. 15% der Fälle tödlich verlaufen. In weiteren ca. 30% der Fälle bleiben dauerhafte Hirnschäden zurück.

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose „Masern“ wird wegen der typischen Symptomatik meist klinisch gestellt. Die spezifische Diagnose gelingt durch Antikörper-Tests und Tests zum Nachweis der Erbsubstanz (DNA) des Masernvirus. Bei Masern gibt es keine ursächliche Therapie. 
Die beste Prophylaxe gegen Masern-Erkrankungen ist die Impfung.

Impfung

Seit 1963 gibt es Impfstoffe gegen Masern. In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen Masern erhältlich:
- Ein Monokomponentenimpfstoff (Einzelimpfstoff)
- Zwei verschiedene Kombinationsimpfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln
- Zwei verschiedene Kombinationsimpfstoffe gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken

Alle Masern-Impfstoffe sind Lebendimpfstoffe.

Die Impfung gegen Masern ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Menschen, die nach 1970 geboren wurden und ein Alter von mindestens elf Monaten haben, empfohlen wird. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Alter von:
- Elf bis 14 Monaten
- 15-23 Monaten

Eine Auffrischimpfung gegen Masern gibt es nicht.

Wurde die Grundimmunisierung nicht rechtzeitig verabreicht, kann eine Nachholimpfung durchgeführt werden, solange der Erwachsene nach 1970 geboren wurde, falls der Impfstatus unklar ist oder in der Kindheit nur eine oder keine Impfung erfolgt ist.

Für folgende Personen stellt die Impfung gegen Masern eine Indikationsimpfung dar:
- Im Gesundheitsdienst oder bei der Betreuung von immundefizienten bzw. immunsupprimierten Personen oder in Gemeinschaftseinrichtungen Tätige: nach 1970 Geborene mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit ein nur einer Impfung in der Kindheit.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die Masern-Impfung.
Die Masern-Impfung ist bei Schwangeren „absolut kontraindiziert“ und darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

 

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai 2016