Keuchhusten (Pertussis)

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Keuchhusten (Pertussis)

Erkrankung

Keuchhusten kommt weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und suptropischen Ländern Afrikas und Asiens. 
Die Keuchhusten Erkrankung ist eine bei Säuglingen lebensgefährliche, hochakute Krankheit mit stärksten Hustenattaken, deren Ursache in einem Gift liegt, das durch ein Bakterium produziert wird. Die Erkrankung beginnt mit „grippeähnlichen“ Beschwerden, die circa ein bis zwei Wochen andauern. Danach kommt es – vor allem bei Säuglingen und Kleinlindern – zu heftigsten Hustenattaken, die mit Erbrechen einhergehen können. Diese Beschwerden halten ohne Therapie zwei bis sechs Wochen an.
Keuchhusten kann bei Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem Husten über Wochen andauern. Diese Personen sind aber trotz milder Beschwerden für andere Menschen infektiös.

Der beste und sicherste Schutz gegen Keuchhusten ist die Impfung.

Erreger

Bakterien: Bordetella pertussis oder Bordetella parapertussis

Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir des Keuchhusten-Bakteriums Bordetella pertussis. Ein tierisches Reservoir ist nicht bekannt. Das 2. Keuchhusten-Bakterium Bordetella parapertussis wurde – außer beim Menschen – auch bei Schafen nachgewiesen.
Die Übertragung des Keuchhusten-Bakteriums ist nur von infizierten Menschen oder von kontaminierten Gegenständen möglich. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Keuchhusten leicht über Tröpfchen, z.B. durch Niesen, Husten oder Küssen, möglich.

Vorkommen

Keuchhusten kommt weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens.
In Deutschland werden jährlich ca. 10.000 bis 20.000 Keuchhustenfälle registriert. Man schätzt, dass ca. 80.000 Menschen pro Jahr an Keuchhusten versterben, vor allem in Afrika und Asien.

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen beträgt in der Regel ein bis zwei Wochen, maximal drei Wochen.

Symptome:

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen beträgt in der Regel 1 bis 2 Wochen, maximal 3 Wochen. Die Ursache der Keuchhusten-Erkrankung ist ein Gift, welches durch ein Bakterium produziert wird.

- Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden, die ca. ein bis zwei Wochen andauern.
- Danach kommt es – vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern – zu heftigsten Hustenattacken, die mit Erbrechen einhergehen können. Diese Beschwerden können ohne Therapie zwei bis sechs Wochen andauern.
- Bei Säuglingen unter sechs Monaten können anstatt der Hustenattacken kurze Atemstillstände vorkommen.
- Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Komplikationen wie Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und Krampfanfälle möglich.
- Die starken Hustenattacken können Einblutungen in die Bindehaut der Augen sowie Leisten- oder Nabelbrüche hervorrufen.
- Keuchhusten kann bei Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem Husten über Wochen einhergehen. Diese Personen sind aber trotz milder Beschwerden für andere Menschen infektiös.

Unbehandelt kann Keuchhusten auch über drei Monate anhalten. Keuchhusten ist bei Säuglingen und Kleinkindern eine hochakute Erkrankung. Keuchhusten kann zwar über 3 Monate andauern, aber es gibt keine chronischen Verläufe.

Der unbehandelte Keuchhusten endet bei Säuglingen in ca. jedem 1000sten Fall tödlich. Bei frühzeitiger Therapie ist die Prognose gut.

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose „Keuchhusten“ erfolgt in der Regel durch den Nachweis des Bakteriums oder seiner Erbsubstanz (DNA) mittels spezifischer Tests nach Abnahme von Abstrichen aus dem Nasen-Rachenraum.
Die Gabe von Antibiotika dient der Bekämpfung des Keuchhusten-Erregers. Die beste Prophylaxe gegen Keuchhusten ist die Impfung.

Impfung

Seit 1926 gibt es Impfstoffe gegen Keuchhusten.

In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen Keuchhusten erhältlich:
-10 verschiedene Kombinationsimpfstoffe für Kinder
-Fünf verschiedene Kombinationsimpfstoffe für Erwachsene

In Deutschland gibt es keinen Monokomponentenimpfstoffe (Einzelimpfstoffe) gegen Keuchhusten.
Die Impfung gegen Keuchhusten ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Menschen im Alter ab zwei Monaten empfohlen wird.

Die Grundimmunisierung besteht aus vier Impfungen im Alter von:
-zwei Monaten
-drei Monaten
-vier Monaten
-11 bis 14 Monaten

Die erste Auffrischimpfung erfolgt im Alter von fünf bis sechs Jahren. Die zweite Auffrischimpfung erfolgt im Alter von neun bis 17 Jahren.
Erwachsenen ( ab 18 Jahren ) wird eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten empfohlen. Da keine Monokomponentenimpfstoffe (Einzelimpfstoffe) gegen Keuchhusten existieren, kann diese im Rahmen der Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie erfolgen.
Die erste oder nächste Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie sollte mit einer Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung, ggf. mit einer Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Poliomyelitis-Kombinationsimpfung erfolgen.

Die Nachholimpfungen gegen Keuchhusten können jederzeit durchgeführt werden.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die Keuchhusten-Impfung.
Vor jeder geplanten Impfung bei Schwangeren hat eine genaue Risiko-Nutzen-Abwägung zu erfolgen. Eine Keuchhusten-Impfung bei einer Schwangeren gilt als eher unbedenklich.

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai.2016