HPV-Infektion (Gebärmutterhalskrebs)

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Gebärmutterhalskrebs (HPV-Infektion,Infektionen mit humanen Papillomviren)

Erkrankung

Humane Papillom Viren (HPV) kommen weltweit vor und infizieren bevorzugt die Haut und die Schleimhaut. HPV sind die weltweit am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Viren.
An Haut und Schleimhaut können HPV nach mehreren Jahren meist gutartige (vor allem Warzen), selten auch bösartige (vor allem Gebärmutterhalskarzinome) Tumore hervorrufen.
Der beste und sicherste Schutz gegen Krankheiten, die durch eine HPV-Infektion verursacht werden, ist neben „Safer Sex“ die Impfung.

Erreger

Erreger des Humane Papillomvirus sind Humane Papillomaviren (HPV).
HPV sind die weltweit am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Viren.
Es sind über 100 verschiedene Typen von HPV bekannt, wobei einige Typen gutartige oder bösartige Tumore verursachen können.
Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir der HPV. Ein tierisches Reservoir hingegen ist bei den HPV nicht bekannt. HPV sind die weltweit am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Viren.
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei HPV leicht möglich, insbesondere durch Geschlechtsverkehr.

Vorkommen

Humane Papillom Viren (HPV) kommen weltweit vor. Man schätzt, dass über 1.400 Frauen in Deutschland und ca. 200.00 Frauen weltweit pro Jahr am Gebärmutterhalskarzinom versterben.

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion mit HPV bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen bzw. Haut- oder Schleimhautveränderungen ist sehr unterschiedlich, und reicht von mehreren Wochen bis zu mehreren Jahren.

Symptome:

- An Haut und Schleimhaut können HPV nach mehreren Jahren meist gutartige (vor allem Warzen), selten auch bösartige (vor allem Gebärmutterhalskarzinome) Tumore hervorrufen.
- Meist handelt es sich um Warzen im Genitalbereich: Feigwarzen (Genitalwarzen).
- Seltener können nach mehreren Jahren auch bösartige Tumore entstehen, insbesondere das Gebärmutterhalskarzinom.
- Des Weiteren vermutet man, dass ein Großteil der Scheiden-, Penis- und Analkarzinome auf HPV-Infektionen zurückgehen.

HPV-Infektionen verursachen selten akute Erkrankungen. Die HPV können nach der Infektion der Haut oder Schleimhaut dort über Jahre verbleiben und ggf. gutartige oder bösartige Tumore hervorrufen.

Die durch HPV-Infektionen verursachten gutartigen Tumore haben eine sehr gute Prognose. Die durch HPV-Infektionen verursachten bösartigen Tumore habe je nach Typ und Ausprägung teilweise eine schlechte Prognose. Das Gebärmutterhalskarzinom hat meist eine sehr schlechte Prognose und stellt die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen dar.

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose eines Tumors nach einer HPV-Infektion wird vorab klinisch und pathologisch (Untersuchung des Tumorgewebes) gestellt. Die spezifische Diagnostik gelingt durch Tests zum Nachweis der Erbsubstanz (DNA) des HPV.
Es gibt keine spezifische Therapie gegen HPV. Die durch HPV verursachten gutartigen Tumore können in der Regel leicht chirurgisch entfernt werden. Die durch HPV verursachten bösartigen Tumore werden mittels chirurgischer Entfernung, Chemotherapie und Strahlentherapie behandelt.

Der beste und sicherste Schutz gegen Krankheiten, die durch eine HPV-Infektion verursacht werden, ist neben „Safer Sex“ die Impfung.

Impfung

Seit 2006 gibt es Impfstoffe gegen HPV. In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen HPV erhältlich:
- Drei verschiedene Monokomponentenimpfstoffe („Einzelimpfstoffe“)

Alle HPV-Impfstoffe sind Totimpfstoffe.

Die Impfung gegen HPV ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen wird. 

Die Impfung gegen HPV wird Frauen im Alter ab 18 Jahren zwar nicht mehr generell empfohlen, da die Impfung eine rein vorbeugende Wirkung hat, sie ist aber prinzipiell auch bei erwachsenen Frauen möglich.

Frauen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits mit HPV infiziert, wodurch die Wirksamkeit der Impfung eingeschränkt ist. Die Frage, ob eine HPV-Impfung bei Frauen ab 18 Jahren durchgeführt werden sollte, kann individuell mit dem Arzt beraten werden.

Sollten die Impfungen gegen HPV bei Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren noch nicht durchgeführt worden sein, sollten diese bei Mädchen im Alter bis 17 Jahren nachgeholt werden.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die HPV-Impfung.
Generell sollte vor jeder geplanten Impfung bei Schwangeren eine genaue Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Eine HPV-Impfung bei einer Schwangeren gilt zwar als eher unbedenklich, doch aufgrund der Tatsache, dass die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden sollte, ist deren Wirksamkeit bei Schwangeren eingeschränkt. Die Frage, ob eine schwangere Frau gegen HPV geimpft werden kann, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden.

 

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai 2016