Hib (Haemophilus influenzae Typ b)

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Hib-Infektion (Haemophilus influenzae Typ b-Infektion) 

Erkrankung

Hib-Infektionen kommen weltweit vor; am häufigsten in den tropischen und suptropischen Ländern Afrikas und Asiens.

Eine Hib-Infektionen ist eine lebensgefährliche, hochakute Erkrankung bei Säuglingen und Kindern bis zu vier Jahren. Ihre Ursache ist das Bakterium (Hib), welches über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Die Erkrankung verläuft in der Regel mit Fieber, Entzündungen des Mittelohrs, der Lungen, der Nasennebenhöhlen und des Rachens. Lebensgefährliche Komplikationen sind Hirnhautentzündungen und Entzündungen des Kehldeckels.

Der beste und sicherste Schutz gegen Hib ist die Impfung.

Erreger

Bakterium: Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir des Hib-Bakteriums. Ein tierisches Reservoir ist bei Hib nicht bekannt.
Die Übertragung des Hib-Bakteriums ist nur von infizierten Menschen oder von kontaminierten Gegenständen möglich. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Hib leicht über Tröpfchen, z.B. durch Niesen, Husten oder Küssen, möglich.

Vorkommen

Hib-Infektionen kommen weltweit vor, am häufigsten in den tropischen und subtropischen Ländern Afrikas und Asiens. 
Trotz der Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen Hib gibt es ca. 500 Fälle pro Jahr in Deutschland. Man schätzt, dass über 500.000 Säuglinge und Kleinkinder pro Jahr an Hib-Infektionen versterben, vor allem in Afrika und Asien. Die häufigsten Todesursachen bei Hib-Infektionen sind Entzündungen des Kehldeckels, Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen.

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen beträgt in der Regel zwei bis fünf Tage.

Symptome:

- Die Erkrankung verläuft in der Regel mit Fieber, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Entzündung der Nasennebenhöhlen und des Rachens.
- Lebensgefährliche Komplikationen sind Hirnhautentzündungen und Entzündungen des Kehldeckels.

Ohne Behandlung kann die Symptomatik über Wochen anhalten. Je jünger der Patient, desto schwerwiegender sind die Symptome.

Bei älteren Kindern und Erwachsenen verläuft die Hib-Infektion mit milden grippeähnlichen Symptomen.
Eine Hib-Infektion ist eine lebensgefährliche, hochakute Erkrankung bei Säuglingen und Kindern im Alter bis ca. 4 Jahren. Bei Hib-Infektionen gibt es keine chronischen Verläufe.

Hirnhautentzündungen und Entzündungen des Kehldeckels mit drohender Erstickungsgefahr gehen bei unbehandelten Kindern unter 5 Jahren mit einer Sterblichkeit von über 50% einher. Trotz überstandener Hirnhautentzündung sind Dauerschäden des Gehirns mit Hör- und Sehstörungen in 5% der Fälle möglich.

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose „Hib-Infektion“ erfolgt in der Regel durch den Nachweis des Bakteriums oder seiner Erbsubstanz (DNA) mittels spezifischer Tests nach Abnahme von Abstrichen aus dem Nasen-Rachenraum. 
Die Gabe von Antibiotika dient der Bekämpfung des Bakteriums Hib. Die beste Prophylaxe gegen Hib-Erkrankungen ist die Impfung.

Impfung

Seit 1990 gibt es Impfstoffe gegen Hib. In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen Hib erhältlich:
-zwei verschiedene Monokomponentenimpfstoffe (Einzelimpfstoffe)
-sieben verschiedene Kombinationsimpfstoffe

Alle Hib-Impfstoffe sind Totimpfstoffe.

Die Impfung gegen Hib ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Säuglingen ab zwei Monaten und allen Kindern bis vier Jahren empfohlen wird.
Die Grundimmunisierung besteht aus vier Impfungen im Alter von:
-zwei Monaten
-drei Monaten
-vier Monaten
-11 bis 14 Monaten

Eine Auffrischimpfung gegen Hib gibt es nicht.
Wurde die Grundimmunisierung bei Säuglingen nicht rechtzeitig verabreicht, sollte die einmalige Nachholimpfung bei Kindern bis vier Jahren durchgeführt werden.
Bei Kindern im Schulalter und Erwachsenen sind in der Regel keine Impfungen mehr empfehlenswert, da in diesem Alter die Hib-Infektion harmlos verläuft. Ausnahme sind Personen, die keine Milz bzw. keine regelrecht funktionierende Milz besitzen. Sie sollten gegen Hib geimpft werden, da Hib-Infektionen fulminant verlaufen können.

Die einmalige Nachholimpfung gegen Hib-Infektion sollten bei Kindern bis 4 Jahren durchgeführt werden.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht. Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die Hib-Impfung. 
Generell werden Schwangere nicht gegen Hib geimpft. Ausnahme: Schwangere, die keine Milz bzw. keine regelrecht funktionierende Milz besitzen, sollten gegen Hib geimpft werden, da bei diesen Personen die Hib-Infektionen fulminant verlaufen können.

Vor jeder geplanten Impfung bei Schwangeren hat eine genaue Risiko-Nutzen-Abwägung zu erfolgen.

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai.2016