Hepatitis B

Empfohlene Impfungen nach der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2016

Hepatitis B

Erkrankung

Hepatitis B kommt weltweit vor; am häufigsten in Afrika und in Zentral-, Ost- und Südost-Asien.
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Hepatitis B leicht über engen Kontakt (sexuell, Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Körperflüssigkeiten) möglich, da das Hepatitis B-Virus sehr infektiös ist.
Bei circa einem Drittel der infizierten Menschen geht Hepatitis B akut mit Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Skleren der Augen), Gliederschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einher.
Bei Erwachsenen kommt es in ca. 10% und bei Kleinkindern in ca. 90% der Hepatitis B-Fälle zu chronischen Infektionen der Leber, die nach Jahren oder Jahrzehnten in eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom übergehen können, die meist tödlich enden.
Der beste und sicherste Schutz gegen Hepatitis B ist die Impfung.

Erreger

Hepatitis B-Virus

Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir des Hepatitis-B-Virus. Die Übertragung erfolgt meist sexuell oder durch Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Körperflüssigkeiten.
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Hepatitis B leicht über engen Kontakt (sexuell, Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Körperflüssigkeiten) möglich, da das Hepatitis B-Virus sehr infektiös ist.

Vorkommen

Hepatitis B kommt weltweit vor; am häufigsten in Afrika und in Zentral-, Ost- und Südost-Asien. Trotz der Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen Hepatitis B gibt es ca. 700 bis 2.000 Fälle pro Jahr in Deutschland. Man schätzt, dass ca. 40.000 Menschen an akuter Hepatitis B und über 500.000 Menschen an chronischer Hepatitis B mit Leberzirrhose oder Leberzellkarzinom versterben.

Beschwerden

Die Dauer vom Zeitpunkt der Infektion bis zum erstmaligen Auftreten von Symptomen kann stark variieren: Von ein Monat bis sechs Monaten.

Symptome:

- Ca. ein Drittel der mit dem Hepatitis B-Virus infizierten Menschen bleibt ohne Beschwerden.
- Ca. ein Drittel der infizierten Menschen hat geringe, unspezifische Beschwerden.
- Das Hepatitis-B-Virus geht bei ca. einem Drittel der infizierten Menschen akut mit Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Skleren der Augen), Gliederschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einher.
- Bei weniger als 1% der Patienten mit einer akuten Hepatitis B kommt es zu fulminanten Verläufen mit akutem Leberversagen, die tödlich endet.
- Bei Erwachsenen kommt es in ca. 10% und bei Kleinkindern in ca. 90% der Hepatitis B-Fälle zu chronischen Infektionen der Leber, die nach Jahren oder Jahrzehnten in eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom übergehen können, die meist tödlich enden.

Die meisten akuten Hepatitis B-Erkrankungen sind nach ca. 6 Monaten völlig ausgeheilt und haben daher eine sehr gute Prognose. Die chronischen Hepatitis B-Erkrankungen verlaufen unterschiedlich schnell, weshalb die Prognose schwer vorhersagbar ist.

Medizinische Versorgung

Die Verdachtsdiagnose „Hepatitis B“ wird mittels Bluttests festgestellt, wobei Antigene (Proteine auf der Oberfläche des Hepatitis B-Virus), Antikörper (Proteine, welche das Immunsystem der infizierten Personen gegen das Virus produziert) und die Erbsubstanz (DNA) des Virus nachgewiesen werden können.
Zur Behandlung der Hepatitis B werden Interferon und Virustatika eingesetzt, wobei deren Wirksamkeit von Patient zu Patient stark variieren kann. Diese Medikamente können keine komplette Heilung der Infektion hervorrufen, sondern nur eine Verlangsamung des chronischen Verlaufes.

Die beste Prophylaxe gegen Hepatitis B ist die Impfung.

Impfung

Seit 1981 gibt es Impfstoffe gegen Hepatitis B. In Deutschland sind zurzeit (Mai 2016) folgende Impfstoffe gegen Hepatitis B erhältlich:
- Drei verschiedene Monokomponentenimpfstoffe (Einzelimpfstoffe)
- Sechs verschiedene Kombinationsimpfstoffe

Alle Hepatitis B-Impfstoffe sind Totimpfstoffe.

Die Impfung gegen Hepatitis B ist in Deutschland eine Standardimpfung, die allen Menschen im Alter ab zwei Monaten empfohlen wird. Die Grundimmunisierung besteht aus vier Impfungen im Alter von:
- zwei Monaten
- drei Monaten
- vier Monaten
- 11 bis 14 Monaten

Bei regelhaft durchgeführter Grundimmunisierung im Säuglingsalter sind keine Auffrischimpfungen im Alter von fünf bis sechs Jahren vorgesehen. Die erste Auffrischimpfung ist zehn Jahre nach regelhaft erfolgter Grundimmunisierung durchzuführen. Die Auffrischimpfungen gegen Hepatitis B erfolgen in der Regel alle zehn Jahre.

Für folgende Personen stellt die Impfung gegen Hepatitis B eine Indikationsimpfung dar:
- Für Reisende ist nach individueller Gefährdungsbeurteilung eine Impfung gegen Hepatitis B empfehlenswert
- Personen, bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz bzw. -suppression oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis B-Erkrankung zu erwarten ist
- Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko

Für folgende Personen stellt die Impfung gegen Hepatitis B eine Impfung auf Grund eines erhöhten beruflichen Risikos dar:
- Personen mit einem erhöhten beruflichen Expositionsrisiko.

Die Nachholimpfungen gegen Hepatitis B können jederzeit durchgeführt werden.

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht.Derzeit (Mai 2016) verlangt kein Land bei der Einreise explizit die Hepatitis B-Impfung.
Generell sollte vor jeder geplanten Impfung bei Schwangeren eine genaue Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Wegen fehlender Erfahrungen ist die Hepatitis B-Impfung bei einer Schwangeren „relativ kontraindiziert“.

Verfasser und Kontakt

Privatdozent Dr.med. Karl-Heinz Herbinger, Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin.
E-Mail: herbinger@lrz.uni-muenchen.de

Stand:
31.Mai 2016