Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung

Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung

Der Prostatakrebs ist mit ca. 70.000 Neuerkrankten jedes Jahr in Deutschland die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung des Mannes, pro Jahr sterben etwa 12.000 Männer in Deutschland daran. Das mittlere Erkrankungsalter für Prostatakrebs in Deutschland liegt bei 69 Jahren. Bis zum Jahr 2050 wird die Anzahl der über 60-jährigen Männer in Deutschland auf ca. 28 Millionen anwachsen und damit doppelt so hoch sein wie heute. Im gleichen Umfang ist daher auch mit einem weiteren Anstieg der Prostatakrebsfälle zu rechnen. Obwohl bereits im Jahr 1971 in Deutschland die Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Männer ab 45 Jahren als Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt wurde, nehmen nach bisherigen Erfahrungen nur ca. 20 Prozent aller Männer diese Möglichkeit der Früherkennung wahr. Eine Prostatakrebserkrankung verursacht in der Regel erst im Spätstadium Symptome. Da Prostatakrebs in den meisten Fällen über Jahre langsam wächst ist eine frühzeitige Diagnose durch die Früherkennungsuntersuchung möglich.

Ziel der Krebsfrüherkennungsuntersuchung bezüglich der Prostata und des männlichen Genitale ist es, schon frühzeitig verdächtige Veränderungen der Organe zu erkennen, um eine mögliche Erkrankung in einem Stadium zu entdecken, in welchem optimale Heilungschancen bestehen. Der häufig hierfür auch verwendete Begriff „Vorsorgeuntersuchung“ ist insofern missverständlich, als dass einer Krebserkrankung durch die Untersuchungen nicht vorgebeugt oder diese vermieden werden kann. Die Bezeichnung Früherkennungsuntersuchung ist daher treffender. Für Männer, welche eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, empfiehlt sich daher eine Untersuchung durch den Urologen in Kombination mit einer PSA-Bestimmung im Blut. Das PSA (Prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweiß, das von Zellen der Prostata gebildet wird. In geringen Mengen tritt das PSA auch ins Blut über. Bei einem Mann der eine Prostatakrebserkrankung hat ist die PSA-Konzentration im Blut meist erhöht. Eine Erhöhung des PSA-Werts bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass eine Prostatakrebserkrankung vorliegen muss. Auch eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Entzündung der Prostata können mit einer Erhöhung des PSA-Werts einhergehen. Ein erhöhter PSA-Wert sollte auf alle Fälle durch eine zweite Messung im zeitlichen Abstand bestätigt werden.

Nach derzeitigen Empfehlungen sollten Männern ab dem 45 Lebensjahr mit einer mutmaßlichen Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren über die Möglichkeit einer solchen Früherkennungsuntersuchung der Prostata informiert werden. Bei Männern, deren erst- bis zweitgradige männliche Verwandte (Vater, Bruder, Großvater, Onkel) bereits an Prostatakrebs erkrankt sind tragen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. In diesem Fall sollte mit der Früherkennung bereits im Alter von 40 Jahren begonnen werden.

Vor der Durchführung einer Früherkennungsuntersuchung sollten die Betroffenen über Vor- und mögliche Nachteile einer Früherkennungsuntersuchung informiert werden.

Durch eine Früherkennungsuntersuchung können auch Prostatakrebserkrankungen entdeckt werden, welche keiner Behandlung bedürfen, da diese insbesondere in höherem Lebensalter zu keiner Verkürzung der Lebenszeit oder Beeinträchtigung der Lebensqualität führen könnten. In solchen Fällen sind dann die potentiellen Nebenwirkungen und Folgen der zur Diagnosesicherung notwendigen Prostatabiopsie und der eventuell nachfolgenden Therapie als unnötige Risiken zu bewerten.

Eine Schwierigkeit stellt nicht nur der alleinige Nachweis des Prostatakrebses dar, auch die korrekte Bewertung und Einstufung für den individuellen Patienten und die Wahl der Therapieoption sind schwierig.

Zur Beurteilung und Planung der weiteren Schritte empfiehlt sich in jedem Fall die vertrauensvolle Beratung durch einen Urologen.

Im Umfang der von den gesetzlichen Krankenkassen übernommenen Kosten für die Früherkennungsuntersuchung ist Bestimmung des PSA-Wertes nach gegenwärtigem Stand nicht enthalten. Daher müssen die Kosten hierfür (ca. 35 Euro) vom Versicherten selbst getragen werden. Von den privaten Krankenversicherungen werden die Kosten der PSA-Bestimmung in der Regel erstattet.

Die Untersuchung
Nach Erhebung der Krankheitsvorgeschichte und Erfragung aktueller Beschwerden untersucht der Arzt die äußeren Genitalien und tastet die Leistenlymphknoten und die Prostata ab. Hierzu führt er unter anderem den Zeigefinger in den Enddarm ein und tastet vorsichtig die Rückseite der Prostata ab. Bei der Tastuntersuchung kann er etwaige Unregelmäßigkeiten, z. B. Verhärtungen, feststellen, wie sie bei einer Prostatakrebserkrankung auftreten können. Die Untersuchung wird zwar von den meisten Männern als unangenehm empfunden ist aber weitgehend schmerzfrei. Ergibt sich bei dieser Untersuchung der Verdacht auf ein bösartiges krankhaftes Geschehen oder ein erhöhter PSA-Wert ist nicht durch irgendwelche sonstigen Befunde zu erklären, wird der Arzt Ihnen in der Regel eine ultraschallgestützte Entnahme einer Gewebeprobe der Prostata zur weiteren Abklärung empfehlen. Auch bei Anzeichen für eine Krebserkrankung der äußeren Genitalien sind dann in der Regel weitere Untersuchungen und operative Maßnahmen notwendig.

Alter

ab dem Alter von 45 Jahren

Geschlecht

Männer

Häufigkeit

jährlich

Verfasser und Kontakt

Dr. med. Michael Rug
Facharzt für Urologie, Naturheilverfahren und Andrologie („Männerheilkunde“)

E-Mail: info@dr-rug.de

 

Stand: 

05. September 2016