Genitaluntersuchung

Genitaluntersuchung

Die Früherkennungsuntersuchung beinhaltet vornehmlich die Untersuchung auf Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses durch den sogenannten PAP-Test (der Name geht auf den Frauenarzt George Nicholas Papanicolaou zurück). 
Die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs liegt bei 11 – 12 Erkrankungen pro 100 000 Frauen im Jahr. In den Industrieländern ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Todesursache aufgrund bösartiger Tumoren bei Frauen unter 45 Jahren. 
Die Inspektion der Schamlippen und der Scheide sowie das Abtasten von Gebärmutter und Eierstöcken kann lange vor dem Auftreten von Symptomen Veränderungen dieser Organe erfassen und sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung.

Anamnese 
Zunächst wird die allgemeine Krankheits- und Familiengeschichte durch den Arzt erfasst und dokumentiert. Im Speziellen wird dann erfragt, wann die erste, bzw. letzte Regelblutung im Leben war und Angaben über das Blutungsverhalten (Stärke, Dauer, Abstand) eingeholt. 

Wichtig sind außerdem die Anzahl der Schwangerschaften und Angaben über die Abläufe der Geburten. Die Abfrage von aktuellen Beschwerden (z.B. Ausfluss, Schmerzen, Inkontinenz) beendet das Eingangsgespräch. 

Inspektion 
Auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl werden zunächst die Haut des äußeren Genitales und die Schamlippen auf mögliche Veränderungen betrachtet. Dann erfolgt die sogenannte Spiegeleinstellung. Die Scheide wird hierfür mit dem sog. Spekulum schmerzlos entfaltet, so dass sich der äußere Muttermund und die Scheide direkt einsehen lassen. Mit Hilfe spezieller Bürsten, Spatel oder Watteträger streicht der Arzt vom Muttermund und dem Gebärmutterhalskanal Zellen ab. Die entnommenen Zellen werden haltbar gemacht und in einem qualifizierten Labor weiterverarbeitet. Hier wird die Probe gefärbt und von einem Spezialisten, dem Zytologen, unter dem Mikroskop begutachtet und in unterschiedliche Befundgruppen eingestuft. Es dauert einige Tage bis das Ergebnis vorliegt und der Patient informiert wird, ob auffällige Zellen entdeckt wurden, was in drei bis vier von 100 Untersuchungen der Fall ist. Ein auffälliger Befund muss nicht bedeuten, dass Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Bei leichten Zellveränderungen wird der Arzt in der Regel einige Monate abwarten und dann eine Kontrolle vornehmen. Bei schweren Zellveränderungen oder wenn leichte länger bestehen, erfolgt eine weitergehende Abklärung. 

Sind bereits in den Vorbefunden Zellveränderungen am Muttermund bekannt, kann gleichzeitig auch ein Abstrich auf HPV (humanes Papillomvirus, der Ursache für Zellveränderungen bzw. Gebärmutterhalskrebs) entnommen werden. Ein rein prophylaktischer HPV-Test ist sinnvoll, jedoch kein Bestandteil der gesetzlichen Früherkennung.

Tastuntersuchung 
Die Tastuntersuchung soll Auffälligkeiten an den inneren weiblichen Organen entdecken. Hierzu tastet der Gynäkologe bimanuell (das heißt durch die Scheide und über den Bauch mit seinen Fingern/Händen) die Gebärmutter und die Eierstöcke ab. Größenveränderungen der Gebärmutter weisen auf Myome (gutartige Gebärmutterknoten) hin. An den Eierstöcken findet man zumeist gutartige Zysten, es werden aber auch krankhafte Vergrößerungen und Veränderungen ertastet. Diese Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft. 

Liegen jedoch Entzündungen der inneren weiblichen Organe (z.B. Gebärmutter- oder Eierstockentzündungen) vor, sind diese Organe deutlich schmerzempfindlich.


Ultraschall der inneren Genitalorgane 
Eine zusätzliche Möglichkeit stellt die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) der inneren weiblichen Organe (Gebärmutter, Eierstöcke) dar. Da die Tastuntersuchung lediglich die Beurteilung der Größe und Oberfläche dieser Organe erlaubt, können mit diesem Untersuchungsverfahren auch die inneren Strukturen dargestellt und beurteilt werden. Diese Untersuchung ist im Rahmen der Vorsorge keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. 

An der Gebärmutter kann man bereits kleine oder innen liegende Myome (gutartige Gebärmutterknoten) sehen sowie die Schleimhaut beurteilen. Somit können auch Polypen und Vorstufen von Gebärmutterschleimhautkrebs (Corpuskarzinom) früher entdeckt werden. 
Das alleinige Abtasten der Eierstöcke ist oft schwierig (Anspannung der Bauchdecken bei der Untersuchung, Übergewicht). Mit Hilfe der Sonographie lassen sich zystische Veränderungen der Eierstöcke zuverlässiger darstellen und einstufen.

Alter

ab dem Alter von 20 Jahren

Geschlecht

Frauen

Häufigkeit

jährlich

Verfasser und Kontakt

Dr. med. Patricia Ebert
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
E-Mail: dr.patricia.ebert@web.de

Stand: 
05. September 2016