Chlamydien-Screening

Chlamydien-Screening

Die Infektion mit Chlamydien zählt zu den am häufigsten vorkommenden sexuell übertragenen Erkrankungen. Oft verursacht diese Infektion keine Beschwerden. Sie kann jedoch schwerwiegende Folgen haben und führt im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit der betroffenen Frau.

In Deutschland geht man von etwa 300 000 Neuerkrankungen pro Jahr aus. Ca. 7 von 10 infizierten Frauen und 5 von 10 infizierten Männern bemerken die Infektion nicht, da sie keinerlei Symptome haben.

Da junge Frauen besonders häufig von einer Infektion betroffen sind und die Familienplanung in der Regel noch bevorsteht, wird in Deutschland ein jährlicher Test auf Chlamydien für alle Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr angeboten.

Symptomatik einer Chlamydieninfektion und Folgeerkrankungen

Chlamydieninfektionen gehen selten mit einer ausgeprägten Symptomatik einher. Betroffen sind meist junge, sexuell aktive Frauen.

Chlamydien sind Bakterien, die durch direkten Kontakt übertragen werden, wobei der Gebärmutterhals und die Harnröhre sowohl als Keimreservoir, als auch als Eintrittspforte fungieren. Die häufigste Erkrankungsform der Chlamydieninfektion ist die Zervizitis (Entzündung des Gebärmutterhalses). Während Frauen mit Symptomatik über vermehrten Ausfluss, Zwischenblutungen und /oder Schmerzen beim Wasserlassen klagen, sind ca. 70% der Patientinnen völlig beschwerdefrei.

Aus der oft unerkannt gebliebenen Infektion kann sich durch Aufsteigen der Erreger eine Eileiterentzündung entwickeln. Sie verläuft ebenfalls oft ohne größere Beschwerden wie z.B. Unterbauchschmerzen. Das vergleichsweise milde klinische Erscheinungsbild steht ganz im Gegensatz zu den ausgeprägten entzündlichen Veränderungen der Eileiter.

Als relativ häufige Folgen der Chlamydieninfektion sind die Eileiterschwangerschaft und vor allen Dingen die Sterilität aufgrund der Verklebung der Eileiter zu erwähnen, d.h. dass Frauen später nicht mehr auf natürlichem Weg schwanger werden können.

Testdurchführung und Therapie

Da sich die Erreger im Urin und im Vaginalsekret nachweisen lassen, wird der Test auf Chlamydien mit Hilfe einer Urinprobe (Erststrahlurin enthält gleichzeitig Vaginalsekret) durchgeführt. Dieser Test ist sehr zuverlässig und das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Tage vor.

Wird eine Infektion nachgewiesen, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden. Die verwendeten Medikamente sind zumeist gut verträglich und die Infektion heilt in der Regel folgenlos aus, wenn das Antibiotikum in der vorgeschriebenen Weise eingenommen wird. Sind aufgrund einer länger bestehenden Infektion bereits Schäden eingetreten, so können diese durch die Behandlung allerdings nicht rückgängig gemacht werden.

Eine Partnermitbehandlung sollte in jedem Fall erfolgen, da auch er infiziert sein kann und es nach Abschluss der Therapie nicht zu einer Neuinfektion kommt.

Prophylaxe

Ansteckungsgefahr besteht vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, da viele Menschen diese Bakterien in sich tragen ohne davon zu wissen und die Chlamydien so an andere weitergeben können. Die Benutzung von Kondomen stellt hier eine zuverlässige Prophylaxe dar.

Alter

bis 25 Jahren

Geschlecht

Frauen

Häufigkeit

jährlich

Verfasser und Kontakt

Dr. med. Patricia Ebert
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
E-Mail: dr.patricia.ebert@web.de

Stand: 17.09.2016