Brustuntersuchung

Brustuntersuchung

Durch das Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten lassen sich Brustveränderungen erkennen, denen Brustkrebs oder andere Erkrankungen der Brust zugrunde liegen können.
Mit ca. 70 000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Dies zeigt, wie wichtig die Teilnahme am gesetzlichen Früherkennungsprogramm ist, das Frauen ab 30 Jahren die Möglichkeit der jährlichen Brustuntersuchung beim Arzt bietet.

Tastuntersuchung der Brust 

Im Rahmen der Brustvorsorgeuntersuchung wird zunächst die Krankheits- und Familiengeschichte durch den Arzt erfasst sowie nach Veränderungen und Beschwerden in der Brust gefragt (Anamnese).
Anschließend tastet der Arzt die Brust und Achselhöhlen genau ab, um eventuelle Verhärtungen und andere knotige Veränderungen im Gewebe aufzuspüren und führt zusätzlich eine Inspektion der entsprechenden Hautregion durch.
Die Frau erhält eine Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust von ihrem Gynäkologen und sollte diese möglichst einmal im Monat durchführen. Wie wichtig diese Selbstuntersuchung ist, belegt der Umstand, dass schätzungsweise 75% der Frauen mit Brustkrebs ihren Tumor selbst beim Abtasten der Brust entdeckt haben.

Brustultraschall (Diese Untersuchung ist im Rahmen der Vorsorge keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen)

Eine weitere Möglichkeit stellt die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) der Brust dar. Sie ist in der Diagnostik sowohl von gut- als auch bösartigen Veränderungen des Brustgewebes nicht mehr wegzudenken. Mit den modernen hochauflösenden Sonographiegeräten können Bindegewebsknoten (Fibroadenome) und Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Brust) beurteilt und bereits sehr kleine Karzinome (bösartige Erkrankungen) unter 5 mm Größe diagnostiziert werden. Sie hat gegenwärtig ihren Platz als wichtigste ergänzende Zusatzuntersuchung in der Mammadiagnostik neben der Mammographie eingenommen. 
Mit Hilfe einer speziellen Untersuchungstechnik, der Farbdoppler-Sonographie, können auch Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Dies ist hilfreich bei der Beurteilung der Gut- bzw. Bösartigkeit von Tumoren. 
Besonders wichtig ist die Ultraschalluntersuchung bei Brüsten mit einem dichten Bindegewebe, da hier die Röntgenbilder (Mammographie) nur eingeschränkt aussagekräftig sind. Bei Veränderungen der Brust von Frauen unter 40 Jahren wird aus diesem Grund zunächst eine derartige Ultraschalluntersuchung empfohlen. 

Familiäre Brustkrebsbelastung 

Für Frauen, in deren Familie Fälle von Brustkrebs bekannt sind, wird die Früherkennung intensiver gestaltet. Auch Frauen, die aus anderen Gründen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko haben (z.B. Eierstockkrebs in der Vorgeschichte) oder bestimmte andere gutartige Veränderungen der Brust vorliegen, sollten ihren Arzt nach für sie geeigneten Untersuchungen und Zeitintervallen fragen.

Alter

ab dem Alter von 30 Jahren

Geschlecht

Frauen

Häufigkeit

jährlich

Verfasser und Kontakt

Dr. med. Patricia Ebert
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
E-Mail: dr.patricia.ebert@web.de

Stand: 17.09.2016